“My name is Captain Jack Sparrow,
-ah, I take it some of you have heard of me.”




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Dienstag, 15. Januar 2008

::: Silver Treasure :::

Auf einer Insel, nicht weit von hier, habe ich bisweilen mein zweites Zuhause gefunden, und in einem Turm trifft man sich wie in der Taverne auf ein Bier oder gar einem heißen Grog oder Tee um sich bei Kerzenlicht die schönsten Geschichten zu erzählen.

Ahoy Matey, heute fühlte ich mich berufen, eine Geschichte aus alten Zeiten vorzutragen und das möchte ich gerne hier wiederholen.


Erzählt von Deck
der J A C K


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Die silberne Schatzkiste

„Elizabeth, William .. geht nicht so nah an das Ufer!“ Zwei braungelockte Köpfe fuhren herum und lachten den Piraten übermütig an. Jack winkte seinen Freunden lächelnd zu und genoss es, mit ihnen am Strand entlang des Meeres spazieren zu gehen. Der warme Wind kündigte den Frühling an und zog an diesem Morgen die Drei hinauf auf`s Deck , hinaus in die Natur.
„Eure Schippen liegen noch im Seesack! Kommt sie euch holen und baut mir mal ein schönes Sandschloss!“
„Au ja, aber ich weiß etwas viel Besseres! Ich baue ein Schloss mit Sandwällen und Festungen und nenne es Schloss Black Pearl!“
„Oh ja, das ist eine gute Idee, denn dann baue ich mir das Wasserschloss Endeavour mit vielen Wassergräben und inneren Bastionen!" juchzten Elizabeth und William wie Kinder und kamen vom Strand hochgelaufen, um ihre Pläne Jack Sparrow zu unterbreiten.

„Gut, dass wir hier am Meer eine Stelle gefunden haben, wo nicht so viele Kiesel liegen!“, betonte William.
„Vielleicht finden wir ja sogar einen Schatz, beim Buddeln und Bauen!“, bemerkte Elizabeth und stocherte mit der Schippe erwartungsvoll im Sand.
„Sagt mir Bescheid, wenn ihr die Schatztruhe gefunden habt, ihr Tortuga- Landschaftsgrafen und Port Royal- Sandgoldgräber, .. nun los mit euch, ich bleibe hier und lese ein bisschen!“ Jack beobachtete seine Freunde, wie sie zum Spülsaum zurück liefen und sich eine geeignete Stelle zum Graben aussuchten. Mit den ersten Aushüben der Schippen, vertiefte er sich in sein Log-Buch und genoss die ersten warmen Sonnenstrahlen am Fluss.
„Jack? Kannst du mal bitte schnell kommen!“, William riss Sparrow aus Hermannos Hessos Dichtergedanken.
„Gleich, Will, du weißt doch, zu Trinken und Kekse zum Essen findest du alles im Leinensack!“ Die Lektüre lag einfach zu gut in ihrer Hand.
„Jacky,... komm mal her, du musst uns unbedingt helfen!“
Der Pirat sah gar nicht vom Buch auf, sonder winkte nur kurz ab.
„Elizabeth, gib deinem Liebsten einen langen Kuss, dann habt ihr etwas zu tun!“
„Jack? J A C K!!! Wir haben einen Schaaaaaaaaatz gefunden!“
„Einen Schatz?“
Erst jetzt hob Sparrow ihre Augenbraue und lugte über den Bücherrand, in Richtung ihrer findigen Freunde.
„WAS habt ihr gefunden?“, vergewisserte er sich.
„Eine Schatzkiste... komm doch mal helfen, sie liegt zu tief im Sandloch, weiter können wir echt nicht graben!“ Jack klappte verwundert das Gedichtband zusammen und setzte sich auf.
„So, so, einen Schatz!“ Er gähnte kurz und blinzelte in die Sonne, bevor er sich tänzelnd an das Strandufer begab.
„Dann zeigt mir mal euren Schatz!“ Elizabeth und William deuteten einstimmig mit ihren sandigen Finger in das ausgehobene Loch. Jack beugte sich nieder und erblickte schimmerndes Metall am Grund, um das sich Wasser und nasser Sand sammelte.

„Herr je, dass darf doch wohl nicht wahr sein. Was habt ihr denn da zu Tage befördert?“
„Kommst du dran?“, fragte William ungeduldig und reichte ihm seine Schippe.
„Das werden wir sehen!“ Jack lachte die Beiden Goldzahnblitzend an und ergriff die Schaufel. Während er im Sand stocherte, holte sich Jack die gerade gelesenen Zeilen von Hessos zurück.

„Wie eine Welle, die von Schaum gekränzt,
aus blauer Flut sich voll Verlangen reckt,
und müd und schön im großem Meer verglänzt“

„Jack, das sieht gut aus!“, feuerte Elizabeth ihn an und Will fügte ein „weiter so!“ aufgeregt hinterher.

„Wie eine Wolke, die im leisen Wind
hinsegelnd aller Pilger Sehnsucht weckt
und blass und silbern in den Tag verrinnt.“

Der letzte Schippenstich setzte das schimmernde Metall frei und Sparrow griff in das tiefe Sandloch um die Schatzkiste an das Tageslicht zu befördern.

„Und wie ein Lied am heißen Straßenrand
fremdtönig klingt mit wunderlichem Reim,
und dir das Herz entführt weit über Land.“

„Jack, wir haben einen wirklichen Schatz gefunden“, Elizabeth ergriff vor lauter Vorfreude die Hände ihres Liebsten und hüpfte um das Sandloch.

„So weht mein Leben flüchtig durch die Zeit,
ist bald vertönt und mündet doch geheim
ins Reich der Sehnsucht und der Ewigkeit.“

„Ja, diese Metallkiste sieht aus wie eine echte Schatzkiste!“ Entgeistert schaute Jack auf die Schatulle, die er neben sich auf den nächsten Sandhügel legte.
„Kannst du sie aufmachen?“, fragte William heiser und kaute an seinen Fingernägeln.
„Sieht aus, wie die alte Keksdose von Uroma!“, stellte Jack nachdenklich fest und betrachtete die Kiste von allen Seiten.
„Schau mal, die Kiste hat echt nur ein klitzekleines bisschen Rost angesetzt!“, erkannte Elizabeth und schickte Will an, ein Messer aus der Hosentasche zu holen und es Jack Sparrow zu geben.
„Kannst du damit umgehen, vielleicht lässt sich die Kiste hiermit öffnen?“, fragte William den Piraten und grinste herausfordernd.
„Mal schauen, aber warte mal mit dem Messer!“ Jack nahm die Kiste in beide Hände und schüttelte sie vorsichtig und begutachte sie ein zweites Mal eingehend.
„Scheinbar hat Elizabeth Recht, es sieht wirklich nicht so aus, als wenn die Kiste lange dort unten vergraben gelegen hätte. Ich finde, sie sieht sogar noch relativ neu aus, trotz der alten Aufmachung. Vielleicht sollten wir sie einfach wieder zurücklegen!“

„Ach, Jack, das kann doch nicht dein Ernst sein!“, maulte William. „Jetzt finden wir schon mal eine Schatzkiste, und dann sollen wir sie gleich wieder einbuddeln. Können wir nicht wenigstens einen Blick reinwerfen?!“
William hielt Sparrow das Messer hin und sagte: „Bitte, Jack, mein Spätzchen!“
Tausend Gedanke strömten Jack durch den Kopf, als er die Blechkiste in den Händen hielt, die so sehr der alten Keksdose seiner Urgroßmutter glich.
„Als Kind bekam ich auch einmal so eine alte Dose als Andenken geschenkt!“, begann er zu erzählen, „ ich erwähnte es bereits. Als meine Urgroßmutter starb, durfte ich mir etwas aus ihrer Kajüte zur Erinnerung mitnehmen. Opa ließ mich damals in die guten Stube und sagte zu mir: „Kind, Jack , such dir etwas zum Gedenken an deine Uroma aus.“
„Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich das Gefühl hatte, Uroma würde aus dem Himmel heraus mich beobachten und ganz genau darauf achten, was ich wohl wählen würde.“
„Und du hast dir eine alte Keksdose, wie diese hier ausgesucht?“ fiel ihm William in das Wort und zeigte auf seinen Schatz..
„Ja, Will, meine Uroma griff immer nach dieser Keksdose, wenn ich zu Besuch kam und ich durfte so viele Kokosmakronen und Rumkugeln essen, wie ich wollte. Neben den Leckereien stellte sie immer einen warmen Kakao dazu und die blöde Milch-Haut brauchte ich auch nicht trinken“.
Elizabeth und William verzogen das Gesicht zu einem langen „Iiiiiiiiiiiiieeeeeeehhhhhh- Haut!“
Jack lachte und fuhr fort:
„Stellt euch mal vor, Jahrelang hat meine Uroma das so gemacht. Und als sie starb, war ich sehr traurig. Seitdem sind viele Jahre vergangen, aber all meine Erinnerungen an sie sammeln sich noch heute in dieser Keksdose.“
„Deine Uroma hätte sich sicher über diese Wahl von dir gefreut!“, sagte Elizabeth leise.
„Ja vielleicht, wichtig ist, dass ich diese Dose immer noch habe und kleine Schätze darin verwahre.“
„Echt, wo liegt sie denn? Vergraben auf der Insel?“, fragte William
„Nein, Will, ich verwahre sie in meinem Schrank. Zuerst legte ich als kleiner Junge meine Muscheln und kleines Treibgut dort hinein. Später irgendwann tauschte ich das Zeug mit Mutters Aussteuergeschenk. Das war das gute alte Tafelsilber, was sie nicht mehr brauchte!“
Jack lachte leise und schüttelte erinnernd den Kopf.
„Benutzt du immer noch deine Keksdose, Jack?“, fragte William und schien mit einem Mal gar nicht mehr so ungeduldig, wegen seiner eigenen Schatzkiste zu sein. Jack ließ seine Worte wie das Meer einen Moment an sich vorbei strömen und antwortete nachdenklich:
„Ja, ich hab eine kleine Tasche, die genau in die Keksdose passt. In der hab ich meine Schätze gepackt. Wenn ich mir versprecht, dass ihr nichts verratet, werde ich mein Geheimnis nicht mehr für mich behalten, sondern davon erzählen“.
„Also, ich schwöre!“, ereiferte sich Elizabeth und William tat ihm gleich.
„Na gut!“, fuhr Jack fort, „in meiner Schatzkiste findet ihr eine geschliffene Glasscherbe aus Spanien wieder, die ich als junger Pirat am Strand von Ampuria Brava fand. Sie hat die Form eines Herzens und schimmert in smaragdfarbenen Grün und erinnert mich an..... ach ja....dazu kommt ein runder Handschmeichler, ein kleiner Glücksstein, den ich von meinem Freund Barbossa einst geschenkt bekam und den ich niemals verlieren möchte. In einer kleinen weißen Schmuckschatulle würdet ihr meinen noch bis vor kurzem getragener Ring von Tia Dalma finden. Ich hab doch diese blöde Allergie wegen dem Aztekengold bekommen und kann nun den Goldring nicht mehr anziehen. Deswegen liegt er bei diesen Schätzen, zwischen Fotos, getrockneten Landkarten und alten Notizzetteln.“
„Was steht denn zum Beispiel auf den Zetteln? Sind sie denn so wichtig, dass sie in eine Schatztruhe gehören?“, fragte William.
„Das sind bestimmt Jacks`s heimliche Kompass- Quittungen, damit er wieder durch Tortuga stolpern kann!“, witzelte Paul.
„Ach was, weder noch!“, antwortete Jack „ auf einem zerknüllter Zettel steht eine Name, aber shhh shhh .... auf einem weiteren Zettel findet ihr einen Hinweis und auf anderen Papieren liebe Grüße von guten Freunden. Erinnerungen eben, die dort in meiner Keksdose ihren Platz gefunden haben. Ich habe, glaube ich sogar einen Feuerstein aus Port Royal dort mit reingepackt, obwohl ich nicht rauche. Dieses Gefühl, Feuer machen zu können, dient einfach als Andenken an vergangene Zeiten, an liebe Menschen, an Urlaube und auch Seeschlachten, an Augenblicke meines Lebens, die mir einst wichtig waren und vielleicht immer noch sind. Es sind Splitter, die mein Leben ausmachen! ................................Na ja, egal, wer weiß, was in dieser ausgegrabenen Kiste alles für Schätze sind! Her mit dem Messer ...!“
„Jack... ?“
„Ja, Elizabeth?“
„Lass die Schatzkiste vielleicht doch lieber zu, Will und ich werden sie wieder vergraben!“
„Warum?“ Jack sah seine Freunde erstaunt an.
„Weil sie uns nicht wirklich gehört!“, antwortete Elizabeth seufzend.
„Ich hätte es auch nicht gerne, dass jemand in meine Sachen rumwühlt, und dieser Schatzverstecker hat sich sicher etwas gedacht, als er diese Metallkiste vergrub! Komm Will, mach nicht so ein Gesicht!“
„Ach menno, ich hatte mich aber so gefreut, und nun???“ maulte William widerwillig und sah zweifelnd von der Schatzkiste auf.

„Ja, mir soll es recht sein, was haltet ihr davon, wenn wir eine Botschaft von uns mit dazu vergraben?“
„Was denn für eine Botschaft?“, fragte William.
„Eine geheimnisvolle Flaschenpost vielleicht!“, Will`s Zweifel schienen verflogen, als er zum Leinensack rannte, um seine Flasche Wasser auszutrinken.
„Schaut mal, die ist jetzt leer die Flasche, die können wir doch gut gebrauchen, oder?!“
„Wir könnten doch auch nach einem schönen Stein oder einer Glasscherbe suchen und sie mit in die Flasche legen!“, schlug Elizabeth vor und William ereiferte sich,
„Und ich schreibe einen Zettel, den wir mit in die Flasche stecken und mit vergraben. Vielleicht bekommen wir ja irgendwann Post von wem auch immer!“
„Au ja, dass ist wirklich spannend!“ sagte Elizabeth und begab sich zur Meer, um nach einem schönen Handschmeichler zu suchen. Schon waren die Beiden wieder beschäftigt unterwegs, um ihren neuen Schatz zu dem gefundenen Schatz dazu zu legen.

Jacks Gedanken flossen derweil wie die Wellen des Salzwasser von seiner Kindheit, über das Leben seiner Urgrossmutter, weiter hin zu seiner Jugend und seinen Freunden hier am karibischen Strand, bis hin zu seinem jetzigen Sein und verband sich andenkend mit Hermannos Hessos Worten.

„So weht mein Leben flüchtig durch die Zeit,
ist bald vertönt und mündet doch geheim
ins Reich der Sehnsucht und der Ewigkeit.“

© Jack Sparrow 2008



Zitate aus Hermann Hesse`s „Wie eine Welle“

Wie eine Welle

Wie eine Welle, die vom Schaum gekränzt
Aus blauer Flut sich voll Verlangen reckt
Und müd und schön im großen Meer verglänzt
-
Wie eine Wolke, die im leisen Wind
Hinsegelnd aller Pilger Sehnsucht weckt
Und blaß und silbern in den Tag verrinnt -

Und wie ein Lied am heißen Straßenrand
Fremdtönig klingt mit wunderlichen Reim
Und dir das Herz entführt weit über Land -

So weht mein Leben flüchtig durch die Zeit,
Ist bald vertönt und mündet doch geheim
Ins Reich der Sehnsucht und der Ewigkeit.

Mai 1901


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