“My name is Captain Jack Sparrow,
-ah, I take it some of you have heard of me.”




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Freitag, 4. Februar 2011

::: Interview mit Sandro Kopp :::

  Arrrrr
aloha Mateys, say "HI" zu Sandro Kopp.

Der Ordnunghalber bin ich meine alten Archive unter Deck
am aufräumen, und da dieser Tage wieder alle drei Herr der Ringe
Filme im TV bei VOX gezeigt werden, wollte ich euch noch mal das Interview
vorstellen, was ich zu seiner Zeit mit dem einzigen Deutschen Schauspieler
geführt habe, der in "LORD OF THE RINGS" mitspielte.
Auf geht es ... ☺


::: Interview mit Sandro Kopp ::: 
Herr der Ringe-Kino-Darsteller



Kopp, Sandro
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Gildor Inglorion aus dem Film der "Herr der Ringe"






Elen sila lúmenn' omentielvo.
A star shines on the hour of our meeting.
Ein Stern leuchtet über der Stunde unserer Begegnung.
- Tolkien


Capri:
Mae govannen, lieber Sandro Kopp,


... du wurdest am 14. Februar 1978 in Heidelberg geboren,
lebst aber seit dem Jahr 2000 in Neuseeland
als freischaffender Künstler und Schauspieler.
Was hat deine Kindheit ausgezeichnet, oder anders gefragt,
warst du schon früh künstlerisch veranlagt
und Kunst & Sprachen orientiert?

Sandro:
Sprachen waren für mich schon immer faszinierend
und relativ einfach. Ich bin meinen Eltern unendlich dankbar,
dass wir in unserem Hause nur Englisch sprachen,
sogar mein deutscher Vater.
Auch die Kunst war schon immer präsent...
ich glaube als Scheidungskind braucht man etwas,
in das man sich zurückziehen kann, für mich war es zeichnen.

Künstlerischer Ausdruck kommt Für Kinder ganz natürlich
und oft sind es gerade die Außenseiter, die "Problemkinder"
die diese Seite entwickeln, weil ihnen der übliche Soziale Kontext fehlt.
Mein Freund Freeman z.B. fing zu malen an,
weil er Legastheniker war und eine dicke Brille trug,
die ihn zum Opfer von Hänseleien machte.
Ich war halt der fette, kränkelnde Sonderling,
aber mit meinen Zeichnungen konnte ich meine eigene Welt erschaffen,
in der ich Kontrolle hatte. Dazu kam, dass ich von meinen Mitschülern
Anerkennung für die Zeichnungen bekam.

Ich habe Kisten voll von meinen Kinder- Bildern, die ich sehr schätze.
Meistens waren es Drachen und Monster, Dinosaurier und Tiere...
Autos und Bagger fand ich schon immer blöd.
Als ich mit 13 das erste mal HdR gelesen habe,
 habe ich für jeden Charakter ein Bild gemalt
aber gerade die Bilder sind leider irgendwo verschollen.

Ich glaube nur sehr bedingt an Talent.
Natürlich haben manche Menschen künstlerische Veranlagungen,
aber Talent ist für mich, wenn man etwas gerne tut,
wenn es "die Seele nährt", dann tut man es nämlich oft
und wenn man es oft tut und sich viel damit beschäftigt,
bekommt man viel Übung und wird immer besser...
und dann kommen die Leute und sagen:
"Du kannst aber toll malen, du hast ja Talent."
Aber ich denke mir: "Nee, ich hab bloß die letzten 25 Jahre geübt.
Mal doch ein paar Tausend Bilder, dann bist Du genau so gut!"

Capri:
Wann und wo malst und zeichnest du am liebsten?

Sandro:
Am liebsten natürlich in meinem Atelier, wenn ich keine Ablenkungen habe:
Wenn alle Telefonate geführt sind, alle Sachen erledigt, die Wäsche gemacht,
der Boden gefegt, dann setze ich bei guter Musik und einem Glas Wein zum Malen an.

Meistens so um die Sonnenuntergangszeit. Wenn mich niemand unterbricht
geht es dann auch oft bis in die frühen Morgenstunden.
Ich bin tendenziell sowohl Spätaufbleiber als auch Frühaufsteher.

Capri:
Ich sah neben deinen Aktbildern, Portraits und Bodypaintings
auf deiner Internet- Präsenz auch einige Schauspielerbilder- und Selbstportraits
aus dem Film "The Lord of the Ring“. Geschah das Skizzieren in den Drehpausen
oder aus deiner Erinnerung an deine Drehzeit in Neuseeland?

Sandro:
Die sind alle am lebenden Modell gezeichnet.
In der Filmwelt ist ja die Hauptbeschäftigung meist das Warten,
da so unglaublich viele Arbeitsbereiche zusammenkommen
und alle genau abgestimmt sein müssen, bevor es endlich "Action!" heißt...
und da hatte ich oft stundenlang Zeit meine Mitarbeiter zu zeichnen.

Viele waren sehr glücklich,
da man natürlich keine Fotoapparate mitbringen durfte
und die Kopien meiner Zeichnungen für viele der Kleinrollendarsteller
das einzige Souvenir der Drehzeit waren.

In den insgesamt acht Monaten, die ich beim Film dabei war,
habe ich über hundert Zeichnungen gemacht,
die ich alle noch habe und die ein echter Schatz für mich sind.

Capri:
Deine Biographie weist eine große Reiselust auf.
Florenz, Prag, Amsterdam, Berlin, Paris, New York und Los Angeles
waren mit jungen Jahren deine Anlaufziele.
Wonach hast du gesucht oder zu finden geglaubt?

Sandro:
Ich denke, dass Reisen ein Grundmenschliches Bedürfnis ist.
Insofern würde ich sagen, dass ich die Reise an sich gesucht habe:
Die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen und Denkweisen und natürlich die Kunst.
Wenn man wahrhaft reist, nicht nur als Tourist, sondern als Reisender,
dann gibt man sich anderen Ländern und Landschaften wirklich hin,
anstatt sie nur anzuschauen; und man kehrt immer reich beschenkt,
als gewandelter und gewachsener Mensch nach Hause zurück.

Capri:
Einer deiner wichtigsten Begegnungen während deiner Reisen war ... ?

Sandro:
In Laos habe ich oft und lange mit den jungen Novizen
in den buddhistischen Tempeln gesprochen.
Dreizehn bis Sechzehnjährige Jungs, die total locker waren
und sich frei entschieden hatten, als Mönch zu leben und jeglichem Besitztum
und aller Bequemlichkeit zu entsagen. Ich war echt beeindruckt,
vor allem, weil ich in meiner Zivi- Zeit viel mit Teenagern gearbeitet habe
die weniger Reife besaßen. Die Mönche konnten das Kloster verlassen,
wenn sie z.B. heiraten wollten, aber die meisten waren in ihrem spirituellen Dasein
so glücklich, dass das echt kein Thema war.

Capri:
Mit was für Mal- und Zeichenmaterialien
arbeitest du eigenlich bevorzugt?
Papier, Leinwand, Karton, Kreiden, Kohle, Rötel, Acryl, Ölfarben ... etc.
Und welche Farben spiegeln dich wider?

Sandro:
Ich bin nach langem Ausprobieren sehr beim Klassischen gelandet:
Gib mir Ölfarben, Leinwand, gutes Papier und ein Paar 2B Bleistifte
und ich bin glücklich!

Capri:
Auf deiner Homepage findet sich eine Anzahl
von Photographien und künstlerischen Bildern.
Stelle bitte deine Internet- Präsenz mit ein paar Worten vor!

Sandro:
Die HP ist ein sehr spannendes Projekt,
dass ich vor fünf Jahren mit meinem Bruder, der Programmierer ist,
angefangen habe. Vornehmlich dient sie als Malerei- Portfolio,
das für jedermann zu sehen ist und natürlich auch als Verkaufsplattform.

Aber ich schmücke sie immer mehr mit persönlichen Eindrücken und Anekdoten aus.
Mit Computern habe ich so eine Hassliebe, sodass die Seite
manchmal Monate lang brach liegt, dann aber wieder extensiv gejätet
und vergrößert wird.

::: Sandros Lieblingsbild :::



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::: Selbstportrait von Sandro :::
als Korsar & Elb Gildor


Capri:
Wie kommt ein Maler dazu, sich für ein mehrjähriges
Hollywoodprojekt casten zu lassen?
Hörtest du nur zufällig davon, dass Peter Jackson in Neuseeland
den Herr der Ringe verfilmt und hast dich auf die Rolle beworben,
oder begleitete dich die Faszination zu Tolkiens Werk schon längere Zeit
und ließ dir keine andere Wahl zu handeln und dich zum Casting zu melden?

Sandro:
Die "Herr der Ringe"- Bücher fand ich schon immer sehr geil
und ich muss sagen, daß ich der Verfilmung immer skeptisch gegenüber stand,
bis ich Teil Eins sah. Danach war ich enttäuscht, dass ich mich nicht darum bemüht hatte.
(Ich lebte damals schon in Neuseeland und es wurde ja in der Zeitung für Elben geworben.)
Als ich dann hörte, daß die Dreharbeiten für Teil Zwei weiter gingen
habe ich dann alles daran gesetzt, auf's Set zu kommen und hatte Erfolg.

Capri:
Erzähle uns, welche Rolle du am interessantesten fandest,
in die du - durch die Zusage - hineinschlüpfen konntest?
Als Elb Gildor, als Reiter von Rohan oder als Orc

Sandro:
Keine Frage: Der Elbenlord. Einen unsterblichen Elb zu spielen
war eine der phantastischsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe...
aber jede Rolle hat ihren Reiz und ihre ganz eigene Dynamik:

An zweiter Stelle würde ich wohl Uruk-Hai setzen:
Wenn die Fackeln brannten und der Regenturm anging und hunderte
von Stiefeln im Schlamm stampften, war es sehr leicht
sich komplett gehen zu lassen und einfach sein inneres Tier für eine Weile
zum Berserker zu machen. Abends waren wir dann immer alle heiser
und gingen Kamillentee-schlürfend und gaaanz entspannt nach Hause.

Capri:
Was wäre denn deine absolute Wunschrolle gewesen?

Sandro:
Tom Bombadil!
Ich glaube dem wäre ich im wirklichen Leben am nächsten.
Im Grunde bin ich ein Hippie...
Ich bin idealistisch, optimistisch und ich liebe die guten Dinge im Leben:
Natur, Freunde, gutes Essen, Sex und das Spiel
mit dem ewigen Mysterium eines gut gelebten Lebens.

Capri:
Wie lange haben für dich die Dreharbeiten
an den Herr der Ringe gedauert?

Sandro:
Zwei Monate 2002 und sechs 2003.

Capri:
Und was ist es für ein Gefühl,
an so einem Epos mitgewirkt zu haben?

Sandro:
Ein sehr wohliges, stolzes Gefühl...
etwa so wie Sonnenschein am ersten Ferientag.

Capri:
Da du Fremdsprachen liebst,
liegt für mich die Frage nah, nachzuhaken,
ob du auch durch die Dreharbeiten die Elbensprache
Sindarin oder Quenya gelernt hast?

Sandro:
Die Sprache hapert noch ein Wenig, aber die Schriftzeichen
habe ich mit viel Freude erforscht und benutzt.



Capri:
Inwieweit ist deine Bekanntheit durch dein Engagement
beim HdR- Film hinderlich für deine öffentlichen Aktivitäten,
nach dem Film?

Sandro:
Das ist alles gut.
Als Künstler ist ein gewisser Bekanntheitsgrad ja sehr hilfreich.
Gleichzeitig muss man wirklich auch die Füße auf dem Boden behalten:
Das ich an dem Film mitgearbeitet habe ist zwar klasse,
aber letztendlich hat es mit mir als Mensch nichts zu tun.
Klar, ich möchte gerne bekannt sein, aber in erster Linie als ein Typ,
der interessante Kunst macht, der Freude am Leben hat und der versucht,
wirklich etwas "Sinn-volles" zu tun.
In Wellington, wo ich wohne, interessiert es sowieso kaum jemand,
wenn man beim bei dem Film dabei war, weil fast jeder Bekannte hat,
die am Projekt in irgendeiner Weise Teil hatten und auf Reisen habe ich
durch die LOTR- Arbeit immer eine gute Geschichte zu erzählen.

Aber die echten Helden, sind meist nicht so bekannt...
die echten Helden sind die Alleinerziehenden Mütter,
oder die Jungs die irgendwo in der Dritten Welt Brunnen bauen.

 Capri:
Willst du deine schauspielerischen Energien
neben deiner Liebe zur Kunst weiter ausbauen?

Sandro:
Auf jeden Fall.
Die Filmproduktionen in Neuseeland gehen ja weiter.
Wenn alles gut läuft, bin ich dabei.

Capri:
Am 29.- 31. Oktober 2004 veranstaltete die RingCon 2004
ein großes Treffen im Bonner Maritim Hotel,
wo wir dich als Stargast neben John Noble (Denethor), Craig Parker (Haldir)
& Mark Ferguson (Gil-Galad) uva. Lord of the Ring- Darsteller willkommen heißen dürfen.
Hast du an den Panels teilgenommen, Autogramme verteilt und Interviews gegeben?

Sandro:
Selbstverständlich.

Capri:
Wie stehst du grundsätzlich zu solchen Conventions?

Sandro:
Ich freue mich darauf!
Ich bin im August ja erstmals beim Fellowship Festival in London...

Ich denke das wird alles sehr interessant.

Capri:
Mit welchem Schauspieler aus HdR hast du am liebsten gedreht?

Sandro:
Das ist eine schwere Frage...
Billy Boyd war fraglos der Spaßigste
und auch Hugo Weaving ist ein wundervoller Kerl,
aber mein Favorit, falls ich mir einen für ein anderes Projekt einen aussuchen könnte,
wäre Ian McKellen... der Mann hat ein Herz aus Gold
und ist für mich einer der größten Schauspieler aller Zeiten.

Capri:
Konnten denn nach Drehschluss Kontakte
unter den Schauspielern aufrecht gehalten werden,
oder brach die "Gemeinschaft“ mit dem letzten Teil
und der krönenden Oscar- Verleihung ab?

Sandro:
Ich habe am Set wirklich Freunde für's Leben gewonnen.
Die großen Stars sind natürlich außer Reichweite,
aber z.B. wohnen bei mir im Haus mehrere Orcs,
einer der Hauptdesigner von Weta und ein Schwarzer Reiter.

Capri:
Erzählst du aus dem Nähkästchen und berichtest
von deinem peinlichsten Moment vor laufender Kamera?

Sandro:
Hmmm... da gab es auch Einige.
Für mich war der lustigste, als wir im Wald
den Elben Exodus nach Valinor drehten: Ich schritt allen voran,
möglichst schwebend, vor 40 Elben mit Pferden und allem drum und dran daher.

Gerade als ich an der Kamera vorbei ging blieb mein Umhang
an einer Wurzel hängen und riss mich - höchst ungrazil - nach hinten um.
Das brachte natürlich auch den ganzen Rest der Kolonne aus dem Takt
und hatte ein lautes "Cut!" von Caro Cunningham zur Folge.
Glücklicherweise dauerte der Re-set etwa fünfzehn Minuten,
so daß mir bis zur nächsten Klappe die Röte
etwas aus dem Gesicht gewichen war.

Capri:
Noch mal zurück zur Kunst:
Woran arbeitest Du als Maler momentan?

Sandro:
Ich arbeite seit Ende der LOTR Drehzeit letzten Oktober
an einer Serie von etwa lebensgroßen, hochrealistischen Portraits,
die am lebenden Modell gemalt werden. Bis dato gibt es 30 Stück,
ich plane insgesamt 44. Ideell wurde das Projekt am Set entwickelt,
da ich beim Zeichnen der Bewohner von Mittelerde entdeckte wie meditativ es sein kann,
jemandem in die Augen zu schauen und dabei sein Bildnis zu erschaffen.

Ich sehe die Bilder als Teil eines Ganzen und habe momentan nicht vor, sie zu verkaufen,
wohl aber sie auszustellen. Meine Malerei erreicht mit diesem Projekt, glaube ich,
wirklich die nächste Ebene. Wenn alle 30 Bilder zusammen an der Wand hängen
und einen ansehen, hat das Ganze etwas sehr episches.


Capri:
Was wäre dein größtes Ziel
und was bedeutet Erfolg für dich und deine Zukunft...?

Sandro:
Erfolg wäre für mich irgendwann ein guter Familienvater zu sein,
Erfolg und Wohlstand durch meine Kunst zu erreichen
(eine Retrospektive in der Tate Galerie wäre nett.),
an guten Filmen mitarbeiten zu dürfen und letztendlich das Gefühl,
dieser Welt etwas Gutes und bestandhaft Wertvolles gegeben zu haben.

Lieber Sandro Kopp,
ich bedanke mich für dieses interessante Interview
und wünsche dir von ganzen Herzen weiterhin sensationelle
künstlerische und schauspielerische Erfolge!

Vielen lieben Dank auch für die Erlaubnis
und die Mitarbeit zu diesem 'Gespräch'.

Sandro:
Ebenso!


Herzlichst und Namarië
** Capri **

2004-2005 © Jack Sparrows (B)Log-Buch
Bei Anfrage zur Nutzung des urheberrechtlich geschützten Interviews
sendet eine Mail an Capri oder eine Flaschenpost an JACK.

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Fotos: mit freundlicher Genehmigung – Sandro Kopp
Interview by Capri
2005 - 2011©
Bockenburger Fähre ::: Tortuga

Das Interview mit Sandro wurde per Mail geführt.
Die Fragen stellte Capri und bedankt sich bei Sandro Kopp
für die Beantwortung der Fragen. Die in diesem Interview verwendeten Grafiken
unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview
von den entsprechenden Webseiten entnommen.

 ☺

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