“My name is Captain Jack Sparrow,
-ah, I take it some of you have heard of me.”




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Montag, 31. Januar 2011

::: Santiago ::: Der alte Mann ...

...
und das Meer!


 
Arrrr
Aloha Mateys, say "HI" zu Santiago,
den ich immer noch so sehr vermisse 
und ihm am letzten Januartag gedenken möchte.

 
† Santiago 2002 †

____________


Jahre ist es jetzt her,
als ich mir wünschte,
man könnte dich dort hin schicken,
wo du dich geborgen fühlst,
wo du Zuhause bist
und jeden Winkel kennst,
wo deine Lieben auf dich warten
und dir helfen, dich zurecht zu finden.

Jahre ist es jetzt her
und ich habe dich so vor Augen.

<°(()))>><<

Jahre ist es erst her,
als ich mir wünschte,
man könnte dich dort hin bringen,
wo du deine Erinnerungen findest,
wo du dich fallen lassen kannst
in Arme die dich halten,
wo deine Lieben mit dir rechnen
und dich ermutigen, dich nicht aufzugeben.

Jahre ist es erst her
und ich habe dich so vor Augen.

>><<(()))°>

Jahre lang ist es her,
als mein Wunsch sich erfüllte
und man dich nach Hause schickte,
um dir in Frieden das zu schenken,
was du uns Jahrelang geschenkt hattest,
was dich ein Leben lang aus machte,
was deine Lieben still an dir schätzten.
An Weihnachten hat man sich mit dir freuen können.

Jahre lang ist es her
und ich habe dich lange vor Augen.

<°(()))>><<

Doch Jahre ist es nun her,
als dein Abschied nehmen begann
und man dich hinter den Horizont schickte,
und jemand sagte: „ Er wird gehen!“
und anderer antwortete: „Er wird ankommen!“

Vor Jahren wurde der Tod für mich zum Horizont
und der Horizont wuchs zur Grenze meines Sehens
und ich weiß nun, dass sich andere freuten,
dich hinter der Grenze wiederzusehen.


Jahre ist es nun her
und ich habe dich immer noch
so lebendig vor Augen
 
Schreibt an Deck
der J A C K




-Zitat-



Der alte Mann und das Meer




Der alte Mann setzte sich zum Steuern zurecht.
Er beobachtete nicht einmal, 
wie der große Hai im Wasser versank,
dann klein und winzig wurde.
Das faszinierte den alten Mann immer.
Aber jetzt beobachtete er es nicht einmal. 
"Ich habe noch den Fischerhaken", sagte er.
"Aber es wird mir nichts nützen.
Ich habe die zwei Riemen und die Pinne und die kurze Keule." 
Jetzt haben sie mich untergekriegt, dachte er.
Ich bin zu alt, um Haie totzuschlagen.
Aber ich will es versuchen, 
solange ich die Riemen und die kurze Keule und die Pinne habe. 
Er hielt die Hände wieder ins Wasser, um sie zu kühlen. 
Es war Spätnachmittag geworden,
und er sah nichts als die See und den Himmel.
Der Wind wehte jetzt stärker als vorher,
und erhoffte, dass er bald Land sehen würde. 
"Du bist müde, alter Freund!", sagte er
"Du bist innen drin müde!" 

- Hemingway -


SOLANGE DIE FÜSSE TRAGEN 

Finale

" Ich denke nicht mehr.
Ich weiß um die Dinge, die da geschehen werden.
Was gibt es noch zu tun,
als sich endlich auf den Weg zu machen.
Ich warte schon so lange.
Ob man mich vergessen hat?
Keiner kommt mich abholen,
obwohl sie mich alle an die Hand nehmen,
aber Helfen kann mir jetzt keiner.
Meinen Weg muss ich ganz alleine gehen.

Ist schon seltsam.
Ich habe keinen Hunger mehr,
seit Tagen schon nicht mehr.
Durst verspüre ich auch nicht,
was ist das nur mit mir?
Die Zunge klebt am Gaumen
und ist so furchtbar schwer.
Sie lässt mich nicht mehr reden.
Und trotzdem spüre ich trotz aller Schwere
die in meinem Mund, auf meinen Schultern,
auf meinem Herzen und meiner Seele lastet
eine gewisse Erleichterung,
eine Freiheit in mir.

Mein Leben ist vollbracht,
die Sicht nach hinten ist so unendlich lang,
nur der Ausblick nach vorn ist verhangen.
Einzelne Regenwolken ziehen vor meinem Gemüt
und dann und wann, bei einem lichten Sonnenschein,
fällt mir doch noch eine unbeantwortet Frage ein.
Aber ich spüre keine Schmerzen mehr.
Mein Herz ist schwer und doch frei.
Ich sollte mich endlich aufmachen,
auch wenn ich so müde bin
und am liebsten einschlafen würde.

Aber ich denke, ich verweile noch ein paar Minuten
Eine kleine Ewigkeit
Eine kleine Wenigkeit
Vielleicht kommt mich ja doch jemand abholen,
jemand, der die Kraft hat,
mich auf meine Füße zu stellen
und ein Stückchen mit mir zu gehen.
Weiß ich doch unlängst, dass ich nicht alleine bin
Und begleitet werde
Warum nur, kann ich heute nur so schwer loslassen?
Warum stell ich mir noch Fragen?
Warum kann ich nicht einfach fort gehen?

Selbst wenn ich die müden Augen schließe,
und meinem Atem in meiner Tiefe folge
weiß ich, hier bin ich Zuhause,
hier ruhe ich mich aus.
Und wenn ihr mich seht
dann lasst mich einfach weiter schlafen.
Lasst mich inne gehen,
solange mich meine Füße tragen.
Lasst mich träumen,
von dem, was ich niemals sah.
Und lasst mich lächeln,
über das, was ich in mir trage.

Es regnet, und die Tropfen
schmecken nach Salz,
eine bitterschwere Süße verbreitet sich in mir,
es ist Zeit, endliche Zeit,
nun muss ich gehen.
Was bleibt, ist nicht nur Traurigkeit,
sonder ein Wissen darum, dass es Sonnenstrahlen
bei Regenwetter gibt, die Hoffnung machen,
auf das, was da noch kommen mag.
Ich gehe nun, und doch nur
ein Stückchen des Weges vor.
Atemlos,
bin ich."


Im Gedenken an 
Hermann Ohlendorf  
1924 – 2002     


Leseprobe

"Schwertfisch, Delphin und Löwe"
 
Cora hatte einmal darüber gelesen, das Ernest Hemingway im Juli 1924
eine Spanienreise zu den Stierkämpfen nach Madrid geplant hatte.
Er liebte den Stierkampfsommer, wie er diese Monate nannte
und verfolgte die Kämpfe mit wachsendem Interesse.
Der Kampf der Naturen schien ihn zu bewegen, genauso wie der Gedanke,
das Entscheidende vollbringen zu können, die Macht zu haben,
über Leben und Tod. Ernest ließ keine Stierkampfarena aus
und wechselte die Schauplätze von Huesca, Pamplona, Lerida ,
Tarragona ,Valencia bis nach Madrid!

Er schaffte es sogar mit dem amerikanischen Stierkämpfer
Sidney Franklin in Kontakt zu treten
und gewann in ihm einen weiteren treuen Anhänger
für seine literarischen Arbeiten .

Cora hatte stets jedes geschriebene Wort
über Ernest Hemingway aufgesogen
und verinnerlicht. So wusste sie,
dass Ernest aus lauter Liebe zu den Kämpfen
einen Bericht über den spanischen Stierkampf
geschrieben hatte
und etwas später sogar ein Buch.


Die Spanier glaubten, das es für einen Stier keinen ehrfürchtigeren Tod gab,
als im Kampf zu sterben.
Ernest vertrat anfangs auch diese Meinung,
empfand aber Jahre späterer die Kämpfe als sinnlos.
Als er „Der Tod am Nachmittag“ schrieb,
versuchte er in diesem Buch klar zumachen,
dass der Stierkampf kein Sport, sondern eine Kunst ist.


Das er damit nicht nur Freunde gewann, war absehbar.
Er selbst hatte nie die Gelegenheit wahrgenommen,
einem Stier in der Arena mutig entgegenzutreten.
Ernest zog es vor, aus der Entfernung zu töten.
Seine Leidenschaften waren Safaris in Afrika .
„ I love you and respect you very much.
But I will kill you dead before the days end ”

Ein Zitat von Hemingway.
Ob er es tatsächlich so gemeint hatte?


Cora versuchte dieser Frage auf den Grund zu gehen
und überlegte lange,  ob sie sich einen Stierkampf von Anfang
bis zum bitteren Ende ansehen könnte. Und so fasste sie sich ein Herz
und fuhr, während eines Spanienurlaubs,
an einem hochsommerlichen heißen Wochenende,
nach Tarragona.


In der Warteschlange an der Kasse ließ sie sich
 von den Einheimischen an den langen Kassen beraten,
welche Platzkarten man wählen sollte.
Sie folgte dem Rat, eine Karten für die Schattenseite der Arena zu kaufen.
So erwarb Cora sich für 4.500 Peseten ein Billet für die
„ Plaza de Toros Monumental de Tarragona“ ,
die Stierkampfarena, in der Ernest Stiere
hatte kämpfen und sterben sehen.


Es war ein heißer Sonntag, ~Domingo~, im Juli
und sie machte sich vertraut mit dem Gedanken,
 dass drei Toreros mit den Namen Fermin Bohórquez , 
„El Cordobez“ Manuel Diaz und „El Juli“
Julian Lopez  die Stiere um ihr Leben bringen würden.
Die Kampfarena wirkte sehr beeindruckend auf Cora..

Das Monument stand mitten in der Stadt,
umschlungen von belebten Strassen voller Menschen.
In flimmernde Hitze verbreiteten Autos
 mit ihren Motorengeräusch vorfreudigen Übermut.


Cora wurde von den Wartenden an der Kasse ein wenig mitgerissen,
in einem Taumel von angespannter Erwartung, obwohl ihre Erwartungen
von vorsichtiger Natur waren. Sie suchte den Eingang der Arena,
lief die steinernen Treppen empor und orientierte sich an den vielen
anderen Besuchern, die im gemauerten Gewölbe entlang gingen,
bis sie endlich ihren Sitzplatz erreicht hatte.

Der erste Blick in die Arena war phänomenal.
Beeindruckt hielt sich Cora am gusseisernen Geländer fest
und blickte gebannt in den Innenraum.


Das Zentrum war ein großer runder Sandplatz,
auf dem mit Kreidestrichen mehrere kreisrunde
Markierungen gezogen waren.

Rote Holzbarrieren sollten die Besucher vor den Stieren schützen.
Sie waren im Bogen um den Sandplatz gebaut,
dass sich die Stierkämpfer jederzeit dem tobenden Stier entziehen konnten.

Hinter den gekennzeichneten Barrieren saßen die Zuschauer.
Die meisten Spanier trugen hellblaue Hemden
und hielten weiße Taschentücher in den Händen,
um ihrem Gefallen an dem Kampf durch Winken Ausdruck zu geben.
Frauen, teilweise mit Kindern, saßen neben ihren Männern
und fächerten sich, trotz des Schattenplatzes,
mit ihren typischen buntbedruckten Fächern kalte Luft zu.

Hinter den Sitzreihen erkannte Cora noch zwei Emporen,
wo sich die Menschen an die Geländer drängten,
 um im Stehen die Kämpfe zu verfolgen.
Die großen freigemauerten Fensterbögen, die die Arena umrahmten,
trugen keine Glasscheiben, so das man kaum die Möglichkeit hatte,
sich der eingefangene Stimmung von den begeisterten Besucher zu entziehen.

Hinter der Arena,
entdeckte sie die Häuser Tarragonas,
die um den Stierkampfplatz gebaut waren.
Viele Menschen drängelten sich auf den Balkonen,
um auch einen freien Blick in die Arena werfen zu können.

Diese Stierkampfbesucher hatten weiße Bettlaken an ihre Fenster gehängt
und setzten damit für ihre Begeisterung ein Zeichen.
Cora staunte über diese  rege Begeisterung.
Sie blickte zu dem Eingang der Arena und erkannt eine Loge,
in der der Bürgermeister Tarragonas Platz genommen hatte.

Ein Raunen ging durch die Menge
und der Ruf nach dem ersten Stier wurde lauter.
Cora wunderte sich darüber,
dass so viele Einheimische diesem Spektakel beiwohnten,
denn die typischen Spanien-Urlauber waren kaum auszumachen.

 Sie lauschte den vielen spanischen Wortfetzen,
die zu ihr durchdrangen und setzte sich schließlich neben einen älteren Spanier,
der sie herzlichste begrüßte und vor Freude nur so sprühte, auf ihren Platz.

Ihr Blick streifte den Himmel, der genauso blau schien,
wie die Hemden der Männer.
 „ Ist heute ein guter Tag zu sterben?“
Sie atmete etwas schwermütig und sah die Zuschauer an,
die mittlerweile alle Platz genommen hatten
und ungeduldig  auf den ersten Stierkämpfer warteten.


Wenige Augenblicke später trat ein junger Torero in die Arena.
Es war Manuel Diaz der mit „ El Cordobez “ Zurufen empfangen wurde!
Manuel Diaz trug eine enge rote Hose,
die an den Seiten mit Gold bestickt war.
Seine taillierte goldfarbene Jacke glitzerte in der Sonne,
so prächtig bestickt war sie!
Er trug pinkfarbene Strümpfe und schwarze Schuhe.


Frohlockend stolzierte er wie ein bunter Gockel an seinem Publikum vorbei
und winkte mit seinem pink-gelben Kampftuch, der Muleta.
Nachdem er sich vor dem Bürgermeister verneigt hatte,
gab er das Zeichen den ersten Stier hineinzulassen!

Über der großen Innentür der Kampfarena hingen große Tafeln,
die den Stiernamen und sein Kampfgewicht verrieten.
Cora konnte lesen,  dass acht Stiere heute ihr Leben lassen sollten
und dass der erste Stier ~ El Lobero ~ sein würde.

Ein Raunen ging durch die Reihen, als sich die Tore öffneten
und der übermütige Stier ~ El Lobero ~  mit gesenkten Kopf
über den Sandplatz lief und nach Orientierung suchte.


Er schien schlau zu sein,
denn nach wenigen Schritten stellte auch er sich auf die Schattenseite
und schaute sich provozierend um. Cora empfand sofort Sympathie
für den Stier und war hin und her gerissen, was ihre Gefühle betraf.

Der Torero bewegte sich auf den Stier zu und reizte ihn mit seinem Tuch.
Der Stier reagierte und lief herausfordernd auf Manuel Diaz zu,
der geschickt zur Seite sprang, als der Stier auf gleicher Höhe war.

Dieses Spiel wiederholte sich ein paar Mal,
bis dem Stier die Lust verging
und er sich wieder einen Schattenplatz aussuchte.
 Sofort sprangen  hinter der roten Holzbarriere die Capeadores,
die Helfer des Toreros hervor,
die wild mit ihren Tüchern schwenkten
und sich die schwarzen Kappen
vom Kopf rissen, um damit heftig zu gestikulieren.

Der Stier setzte sich erschrocken in Bewegung
und lief einige Runden  durch die Arena,
bis er schwitzend und nach Atem ringend an einer Stelle
stehen blieb, um so Manuel Diaz zu ignorieren.

Die Spanier sprangen von ihren Sitzen
und forderten den Torero zum Handeln auf.
 Der Stierkämpfer winkte in die Runde um das Publikum zu beruhigen
und schritt andächtig in die Nähe des Stieres.
Manuel Diaz breitete die Arme aus und wartete.


Cora erkannte, dass es sich hierbei um ein stilles Zeichen handelte,
denn wie nach einer Vereinbarung,
liefen zwei Capeadores  zu ihm hin
und reichten ihm den ~Picadero ~,
die Lanze und etwas später zwei  ~ Banderilleros ~,
die bunten Spieße, mit denen er den Stier schwächen
und zum Bluten bringen sollte!

Und es gelang ihm auf Anhieb.
Ein paar Schritte nur, 
und der Stier hatte drei Lanzenstiche im Nacken.
Nur wenige Sekunden später steckten zwei
von den  mit Widerhaken versehene Banderilleros
in seinem Rücken. Der Stier bäumte sich auf
und versuchte die störenden Spieße abzuschütteln,
was ihm aber nicht gelang.

So rannte er gequält und blutend auf den Stierkämpfer zu,
um sich seiner Wut zu entledigen, dabei handelte er sich
aber nur weitere Banderilleros ein.

Das Publikum applaudierte und in der Arena breitete sich
eine gespannte  und euphorische Stimmung aus.

Cora ahnte, dass etwas Endgültiges
nicht mehr aufzuhalten war, 
als sie mittlerweile sechs Spieße im Rücken
des schnaufenden Stieres sah.

Der Stier stand blutend einige Meter
von dem Torero entfernt
und das warme dampfende Blut pulsierte
aus seinem Rücken,
bevor es über sein schwarzes Fell lief
und auf den Sandboden tropfte.

Manuel Diaz kniete sich ihm gegenüber
und blickte den Stier vis á vis an,
der dann einen weiteren Anlauf auf seinen Peiniger versuchte.

Der Stier senkte seinen Kopf um ihn auf die Hörner zu nehmen.
Manuel Diaz legte gezielt seinen Oberkörper zur Seite,
so dass der Stier unverrichteter Dinge an ihm vorbei lief
und in der Wende  einen der lästigen Banderilleros verlor.

Nun drehte sich der Stier um,
nervenschwache Besucherinnen der Kampfarena
schrieen entsetzt auf. ....

 

"Schwertfisch, Delphin und Löwe"
Altstadt Verlag Rostock
ISBN 3-930845-58-X
.
1. Auflage
Zeichnungen und Gedichte:
Silke Klaassen-Boehlke
Preis  10,13 €uro

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